Das körperliche Erleben
„Das Herz will tanzen, der Körper will vergnügt nach Luft japsen, genüsslich Luft pumpen, Tränen lachen. Die Gelegenheiten sind dünn gesät. Höflichkeitsformen verlangen Beherrschtheit, machen Angst, flachen die Atmung ab. Die Verwundung der Seele nimmt ihren Lauf.“
Luisa Francia
Flügel wachsen lassen
Du entdeckst deinen Körper als freudige Erscheinung deiner selbst. Spielerisch erweiterst du deinen Mut, deinen Körper sich ausdrücken zu lassen: In Bewegung, Tanz, Stimme und Spiel. Du lernst dich aufzurichten, dich zu erden und zu „fliegen“.
Ich habe nie verstanden, warum Menschen bei Minusgraden auf einem zugigen Bahnhof wie festgewurzelt stehen bleiben und still vor sich hin leiden.
Es würde als verrückt gelten, auf dem Bahnsteig zu tanzen, zu singen, miteinander in Stimmung zu kommen und fröhlich erhitzt dann in den Zug zu steigen. Aber so weit will ich gar nicht gehen. Versuch einmal auf offener, belebter Straße deine „Achseln zu lüften“.
Zumal, wenn du kein Teenager mehr bist. Sogar auf der Tanzfläche erfordert das Mut. Probier es aus: Bewege deine Arme aus der herabhängenden Position langsam seitlich nach oben. Bis ungefähr 45° kein Problem. Aber jetzt weiter auf Schulterhöhe. So als wolltest du fliegen. Und dann noch höher, als wolltest du den Himmel umarmen...